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Wenn du regelmäßig Sport machst und die Waage trotzdem nach oben geht

„Ich habe auch so eine ganze Packung Chips alleine im Bett gegessen.“

Sie hat viel Verantwortung im Beruf, pendelt und ist oft unterwegs, und sie machte regelmäßig Sport. Trotzdem ging das Gewicht nur noch nach oben, die Kleidung passte nicht mehr, und auf Fotos erkannte sie sich kaum wieder. Wie sie das Essen als Belohnung verstand, alltagstaugliche Lösungen statt perfekter Pläne fand und in etwa einem halben Jahr rund 14 Kilo verlor.

AnonymisiertDiese Geschichte gibt eine echte Begleitung wieder. Namen und erkennbare Angaben sind verändert, Zahlen gerundet, damit niemand erkennbar ist.

Sonniger Fensterplatz im Zug mit bunt gefüllter Lunchbox und Wasserflasche auf dem Klapptisch, draußen grüne Landschaft.
Sonniger Fensterplatz im Zug mit bunt gefüllter Lunchbox und Wasserflasche auf dem Klapptisch, draußen grüne Landschaft.

Beruflich trägt sie Verantwortung für ein Team, ihre Tage sind lang und selten planbar. Sie pendelt, ist viel unterwegs und liebt es, in ihrer freien Zeit zu reisen. Zwischen frühen Anfängen, wechselnden Themen und der Fahrt hin und zurück blieb kaum Zeit, an das eigene Essen zu denken.

Früher war Zunehmen nie ein Dauerthema. Sie nahm auf Reisen zu, kam nach Hause und war das Gewicht wieder los, so lief es über Jahre. Dann kippte es. „Ich habe vor ungefähr sechs Monaten gemerkt, dass ich das nicht mehr unter Kontrolle kriege.“ Sie machte weiter regelmäßig Sport, und trotzdem ging es nur noch nach oben.

Regelmäßig Sport, und die Waage ging trotzdem nach oben

Sport war für sie nie das Problem. Sie bewegte sich regelmäßig und blieb dabei, während das Gewicht Jahr für Jahr weiter stieg. Was sie lange nicht sah, war der Zusammenhang zwischen der Bewegung und dem, was danach kam.

Sie beschreibt es sehr genau. „Mir ist es auch passiert, dass ich Sport gemacht habe und beim Sportmachen schon überlegt habe, wie werde ich mich belohnen beim Essen.“ Die Einheit war noch nicht vorbei, da war die Belohnung schon eingeplant. So hob sich der Effekt der Bewegung immer wieder auf, ohne dass ihr das im Moment bewusst war.

„Ich vergleiche Fotos von vor einem Jahr und vor zwei Monaten und es ist eine andere Person. Ich erkenne mich wieder.“

Klientin aus der Beratung

Essen war die Belohnung, und abends kam die Chipstüte

Essen als Belohnung begleitete sie seit der Kindheit. Es war der Moment, den sie sich gönnte, das kleine Fest nach einem langen Tag. Mit der Zeit wurde daraus ein festes Muster, besonders am Abend.

Einen Satz sagt sie ohne Umschweife. „Ich habe auch so eine ganze Packung Chips alleine im Bett gegessen.“ Es war nicht Hunger, der sie dorthin brachte, sondern der Wunsch, sich nach einem vollen Tag etwas Gutes zu tun. Genau dieser Mechanismus lief unabhängig davon, wie viel sie sich tagsüber bewegt hatte.

Die Kleidung passte nicht mehr, und im Spiegel war eine andere

Der Punkt, an dem sie sich Hilfe holte, kam nicht über eine Zahl auf der Waage, sondern über den Schrank und den Spiegel. „Meine Klamotten nicht mehr passen, dass meine Klamotten teilweise auch kaputt gehen und ich alleine es nicht mehr schaffe.“ Sachen, die früher selbstverständlich saßen, saßen nicht mehr.

Dazu kam ein Gefühl, das schwerer wog als die Kleidergröße. Sie erkannte sich selbst nicht mehr wieder. „Das war der Moment, wo ich gedacht habe, okay, ich brauche Hilfe.“ Nach vielen Jahren, in denen sich das Gewicht von allein reguliert hatte, war klar, dass es diesmal allein nicht zurückgehen würde.

Alltagstaugliche Lebensmittel statt perfekter Pläne

Ihr Alltag lässt keinen aufwendigen Plan zu. „Ich habe keine Zeit, Sachen vorzubereiten, was Essen angeht.“ Sie ist unterwegs, reagiert spontan und braucht Lösungen, die zwischen Pendelstrecke, langen Tagen und Reisen bestehen.

Deshalb ging es nicht um Verbote, sondern um alltagstaugliche Lebensmittel und darum, den Tag so auszubalancieren, dass am Abend nicht alles nachgeholt werden muss. „Eine Balance über den Tag zu schaffen, das mir erlaubt, bewusst zu entscheiden, was möchte ich essen und was nicht.“ Sie lernte dabei den einfachen, praktischen Unterschied zwischen Lebensmitteln kennen. „So ein Schock für mich war herauszufinden, dass Edamame 100-mal so viele Kalorien hat wie eine Tomate.“ Solches Wissen half ihr genau dort, wo sie schnell und ohne Vorbereitung entscheiden musste.

Satt sein, statt sich zu belohnen

Der eigentliche Hebel lag im Sattsein. „Ich habe gelernt satt zu sein.“ Wenn ihr Körper über den Tag versorgt war, verschwand der Antrieb, der sie abends zur Chipstüte trug. „Körperliche Bedürfnisse gesättigt sind, habe ich kein Bedürfnis mehr, mich zu belohnen und ich habe auch kein Bedürfnis mehr zu essen.“

Parallel dazu verstand sie, warum sie überhaupt zur Belohnung griff. Die Begleitung betrachtete, wie sie aß, und warum sie in bestimmten Momenten weiteressen wollte. „Wieso man jetzt in dem Moment eine ganze Packung Gummibärchen essen muss.“ Als die Frage nach dem Warum beantwortet war, konnte sie sich die Belohnung woanders holen als auf dem Teller.

Wieder gern in den Spiegel schauen

In etwa einem halben Jahr veränderte sich sichtbar viel. „Ich habe 14 Kilo in sechs Monaten ungefähr abgenommen.“ Von Ende 70 ging es auf Anfang 60 Kilo, rund 14 Kilo in etwa einem halben Jahr.

Was ihr am meisten bedeutet, zeigt sich vor dem Spiegel und auf Fotos. „Ich gucke mir wieder gerne am Spiegel. Das habe ich lange vermieden, weil ich hatte das Gefühl, ich mag mich nicht.“ Auf Bildern erkennt sie sich wieder. „Ich vergleiche Fotos von vor einem Jahr und vor zwei Monaten und es ist eine andere Person. Ich erkenne mich wieder.“ Und der Schrank ist kein Problem mehr. „Ich kann wieder so enge Sachen ansehen und muss mich nicht mehr verstecken.“

Was ihr heute Sicherheit gibt, das Ergebnis zu halten

Ihre Sicherheit kommt nicht aus einem Plan, den sie durchhalten muss, sondern daraus, dass sie ihr eigenes Essverhalten heute versteht. Sie weiß, warum sie zur Belohnung gegriffen hat, sie sorgt über den Tag für Sattheit, und sie hat für die Belohnung einen anderen Weg gefunden als das Essen. Das trägt auch dann, wenn die Tage lang und unplanbar sind und sie viel unterwegs ist.

Rückblickend ist sie sicher, dass sie diesen Weg nicht allein gegangen wäre. „Ich glaube, ich hätte es nicht alleine geschafft.“ Was bleibt, ist kein Regelwerk, das sie überwacht, sondern ein Umgang mit dem Essen, der zu ihrem Leben passt und deshalb auch dann hält, wenn der Alltag wieder dicht wird.

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Für wen diese Geschichte relevant ist

  • Menschen mit hoher beruflicher Verantwortung, langen unplanbaren Tagen und vielen Reisen, denen kaum Zeit bleibt, das Essen vorzubereiten.
  • Menschen, die regelmäßig Sport machen und trotzdem weiter zunehmen.
  • Menschen, die sich abends mit Essen belohnen, etwa mit einer ganzen Tüte Chips, und sich auf Fotos oder im Spiegel kaum noch wiedererkennen.

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